Grüner Tee stoppt Blutvergiftung

Eine Sepsis, im Volksmund auch Blutvergiftung genannt, ist eine Infektion, die der Körper nicht mehr auf ihren Ursprungsort begrenzen kann. Normalerweise werden Infektionen von Bakterien, Parasiten oder auch Pilzen ausgelöst und sind auf bestimmte Teile des Körpers begrenzt.

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Kann das körpereigene Immunsystem den Infektionsherd nicht eingrenzen, greifen die Giftstoffe der Krankheitserreger alle Organe an. Auch mit den heutigen Möglichkeiten der Intensivmedizin ist die Sterblichkeitsrate bei einer Sepsis immer noch sehr hoch. Bis zu 50 Prozent aller Patienten überleben eine Sepsis nicht, meistens, weil sie zu spät erkannt wird oder der Körper bereits zu geschwächt ist. Im Grunde genommen ist die Sepsis eine Entzündung und äußert sich durch Fieber, Rötungen, Schwellungen und Schmerzen. Auch kleine Entzündungen können zu einer Sepsis ausarten, deswegen ist eine frühe Behandlung wichtig.

Eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika kann den Ausbruch einer Sepsis verhindern. Ist die Sepsis ausgebrochen, führt sie oft zu Organversagen und der Patient kann nur mit Hilfe moderner Intensivmedizin gerettet werden.

Auf der Suche nach einem Wirkstoff für die unterstützende Behandlung bei Sepsis haben Forscher des New Yorker Feinstein Institutes eine Reihe von chinesischen Kräutern untersucht. Vielversprechend waren die Ergebnisse mit grünem Tee. In Versuchen mit Mäusen konnte nachgewiesen werden, dass Tiere, die einen bestimmten Wirkstoff des grünen Tees erhielten, eine erhöhte Überlebenschance hatten. Gegenüber der Kontrollgruppe, in der es nur 53 Prozent der Tiere schafften, überstanden 82 Prozent der Tiere, die den Wirkstoff erhielten, die Sepsis.

Als gegen die Sepsis wirksamen Bestandteil im grünen Tee konnten die Forscher das Catechin Epigallocatechingallat (EGCG) identifizieren. Dieses Polyphenol wirkt entzündungshemmend und antioxidativ. Im Zusammenhang mit der Sepsis machte der Wirkstoff ein Molekül unschädlich, das im Verdacht steht, maßgeblich zum tödlichen Verlauf der Krankheit beizutragen.

Die Menge an EGCG, die den Mäusen im Versuch verabreicht wurde, entspricht ungefähr der Menge, die in 10 Tassen grünem Tee enthalten sind. Momentan warten die Wissenschaftler darauf, ihren Versuch in einer klinischen Studie überprüfen zu können.

Allerdings sollte niemand im Falle einer Sepsis zur Selbstmedikation nach dem Motto “abwarten und Tee trinken” greifen. Die Gabe von EGCG kann die Therapie nur unterstützen, keinesfalls ersetzen.

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